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(Verein zur Erhaltung der Trockenmauern)

HANDELN, BEVOR ES ZU SPÄT IST

Die Trockenmauern sind ein Teil der Landschaft der Jurakette. Diese Gegend, die hauptsächlich der Viehwirtschaft dient, besteht aus grossräumigen Flächen, wo sich je nach Höhenlage Waldweiden, Wälder und Felder abwechseln.

Aus der Geschichte wissen wir, zum Beispiel aus Verträgen, Verordnungen und notariellen Akten, dass man im 16. , 17. und 18. Jahrhundert diese Mauern baute oder versetzte und dass Stockhecken durch Trockenmauern ersetzt wurden. Es handelte sich darum, die Abholzung der Wälder zu begrenzen, die Rodung zu beenden und zum Entsteinen des Bodens beizutragen.

Heute, und schon seit den 60er Jahren, sind die meisten dieser Mauern verwahrlost und zerfallen. Einige seltene Ausnahmen verdanken wir der Wachsamkeit von kommunalen Behörden und einzelner aufmerksamer Privatpersonen.


DIE GRÜNDUNG DES VEREINS

Der Verein zur Erhaltung der Trockenmauern (ASMPS) wurde offiziell am 3. März 1994 gegründet und zwar auf Veranlassung einiger Personen, denen das Schicksal der Freiberger Landschaft am Herzen lag, vor allem die Strukturelemente dieser Landschaft nämlich die Trockenmauern. Es zeigte sich sehr schnell, dass dieses Anliegen im ganzen Gebiet der Freiberge geteilt wurde.

Um diesem historischen und kulturellen Erbe wieder zu Wertschätzung zu verhelfen und um die Rolle, die es im Natur- und Heimatschutz spielt, zu unterstreichen, hat der Verein sich zum Ziel gesetzt, die öffentliche Meinung zu sensibilisieren, das Fachkönnen vom Bau solcher Mauern zu verbreiten und die Erhaltung der Trockenmauern zu fördern, denn sie sind immer noch wirksame und stabile Begrenzungsmauern und bestehen aus landestypischen Steinen. Diese Aktivitäten des Vereins, die eine perfekte Symbiose anstreben, entsprechen vollständig den Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung (siehe Faltblatt franz./deutsch 1997).

Der Verein zählt zur Zeit ca. 300 Mitglieder, darunter Kantone, Gemeinden, Bürgergemeinden, Institutionen und Vereine.

RESTAURIEREN UND FINANZIEREN

Um die Wiederherstellung der Trockenmauern finanziell zu unterstützen, hat der Verein sich an den Fonds Landschaft Schweiz (FLS) gewandt, der anlässlich der 700-Jahrfeiher des Bundes gegründet wurde.

1993 wurde ein Dossier zusammengestellt: es enthält einen Teil mit den Ergebnissen der Archivforschung, eine Beschreibung der verwendeten Baumaterialien und der Bauart, eine Darstellung dieser einheimischen Architektur in der Landschaft und des Nutzens für die Weidewirtschaft, ausserdem eine Beschreibung des aktuellen Zustands und schlussendlich die Richtlinien zur Wiederherstellung.

Für die Arbeit zur Wiederherstellung ist vorgesehen, auf die Hilfe der direkt betroffenen Bevölkerung zurückzugreifen sowie auf den Einsatz von Kräften im Rahmen der Arbeiten von öffentlichen Nutzen (Zivildienst und Arbeitslose). An Arbeit fehlt es nicht: in den Freibergen müssten 400 km Trockenmauern restauriert werden und allein in der Gemeinde La Chaux-de-Fonds 165 km!

Im April 1994 hat der FLS zustimmend geantwortet und unser Projekt als eines der besten der Schweiz bezeichnet.

Zur Zeit arbeitet unser Verein auf drei verschiedenen Wegen, die zum gleichen Ziel führen: Vermittlung von Kenntnissen, die zur Ausbildung von professionellen Mauerbauern führen, Direktzahlung für Landwirte, Betreuung von Zivildienst-leistenden. In jedem Fall überwacht der Verein die Qualität sowohl der Erhaltung unseres Natur- und Kulturerbes als auch der Arbeitsbedingungen.

Bei dem Erhalt von Trockenmauern kommt es aber auf jeden einzelnen von uns an: wir müssen ihren Wert erkennen und schätzen und auch die ungeheure Arbeit, die Mauerbauer, Landwirte und andere in sie gesteckt haben.

Im Jahre 2002 wurde der Verein zur Erhaltung der Trockenmauern für den Heimatschutzpreis vorgeschlagen. Dieser prächtige Preis war vom Schweizer Heimatschutz verliehen. Die Verleihung hat am 12. Oktober 2002 in Bémont statt gefunden.


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